Pete Johnson



Pete Johnson, geboren 1962 in Winchester/England, war nach seinem Studium zunächst Lehrer für Englisch, Drama und Medienkunde. Die Suche nach mitreißendem Lesestoff für seine Schüler führte ihn zum Schreiben. Er war noch nicht einmal 25 Jahre alt, als er den ersten Roman beendete. Das Manuskript überzeugte seine Schüler auf Anhieb. Und rasch fand Pete Johnson einen Verlag, der das Buch veröffentlichen wollte - allerdings gab es ein Problem. Der Verlag befürchtete, dass dieser neue, bis dahin unbekannte Autor von einem breiten Publikum als zu jung und unerfahren befunden würde und dass sein Buch deshalb nicht verkäuflich wäre. So wurde Pete Johnson für die Öffentlichkeit kurzerhand um fünf Jahre älter gemacht. Inzwischen ist er ein anerkannter Schriftsteller (der sein wahres Alter nicht mehr zu verschweigen braucht!), seine Bücher sind in England sehr bekannt, und auch in Deutschland wird seine Fangemeinde immer größer. (Biographie entnommen aus Zehn Stunden Leben; Ravensburger 1996)

WARUM ER SCHREIBT - INFORMATIONEN über PETE JOHNSON Als Lehrer einer weiterführenden Schule stellte Pete Johnson einen Mangel an guten Büchern fest, die das Leben und die Probleme von Teenagern widerspiegeln und gleichzeitig doch spannend zu lesen sind. Schreiberfahrung hatte Pete durch seine frühere Tätigkeit als Filmkritiker für Radio One und für Regionalzeitungen. Von Beginn an war eines seiner wichtigsten Anliegen, dass die Jugendlichen sich von seinen Büchern angesprochen fühlen sollten. Aus diesem Grund ließ er seine ersten Versuche von ihnen "korrigieren". Es stellte sich heraus, dass sie ausgesprochen kritisch ans Werk gingen. Inzwischen verfügt Pete über einen Stamm junger Leser, die seine Manuskripte jeweils vorab prüfen. Die meisten seiner mittlerweile gut ein Dutzend Titel basieren auf tatsächlichen Begebenheiten. Pete entlehnt seine Charaktere und Geschichten der Wirklichkeit. Ist sein Interesse für ein Thema erst einmal geweckt, beginnt die ausführliche Recherche für seine Romane. Oft bittet er Freunde und Verwandte um Mithilfe. Für den Roman I'd rather be famous (deutsch: Am liebsten berühmt) überredete er zum Beispiel seine Schwester, sich für eine Spielshow im Fernsehen zu bewerben. Trotz all ihrer Vorbehalte fand Linda sich am Ende als Kandidatin der Spielshow im Fernsehen wieder und wurde sogar zur "Traumfrau" gekürt. Pete ist viel auf Lesereisen unterwegs, um in Schulen und Bibliotheken über seine Bücher zu sprechen. Um jederzeit Ideen und Gedanken festhalten zu können, führt er ständig ein kleines Notizbuch bei sich. Ein Großteil der Themen, die er in der Geschichtensammlung One Step Beyond verarbeitete, hatten ihren Ursprung im direkten Kontakt zu seiner Leserschaft. Friends Forever (deutsch: Freunde für immer), ein Roman in vier Bänden, ist seine bislang umfangreichste Arbeit. Inhaltlich dreht sich alles um sechs Freunde und die weitere Entwicklung ihrer freundschaftlichen Bande, die durch veränderte Situationen zum Teil hart auf die Probe gestellt werden. Auch zu dieser Arbeit wurde Pete durch eine persönliche Erfahrung inspiriert. Ein Treffen mit alten Schulfreunden wurde nach anfänglichen Unsicherheiten zu einem allseits gelobten Erfolg. Die Bande zwischen Pete und seinen alten Freunden erwiesen sich auch nach Jahren noch als stabil. Schon war die Idee zu Friends Forever geboren.

HINTERGRÜNDE Die Kindheit: "Mit fünf Jahren ermordete ich den Teddy meiner Schwester. Ein äußerst anregender Augenblick. Es war durchaus normal, dass ich täglich Geschichten erfand, die in irgendeiner Weise mit den Spielsachen meiner Schwester zu tun hatten. Begierig folgte sie meiner Kinderzimmer-Seifenoper. Und dann verpasste ich ihrem Teddy eine tödliche Herzattacke. Meine Schwester brach in Tränen aus, meine Mutter stürzte ins Zimmer. Es dauerte nicht lange und alle beide beknieten mich, den Teddy doch bitte wieder auferstehen zu lassen. Von da an wusste ich, dass Geschichtenerzähler der richtige Beruf für mich war. Ich ließ Teddy tatsächlich wieder zu neuem Leben erwachen und lernte schnell, wie wichtig es ist, dem Publikum das zu geben, was es gerne haben möchte. Mit neun Jahren verfasste ich meinen ersten Roman. Jeden Abend musste meine Leid geplagte Familie ein Kapitel über sich ergehen lassen. Und doch - die Geschichte blieb unvollendet. Du musst wissen, dass meine erfundenen Charaktere große Ähnlichkeiten mit meinen Angehörigen hatten. Als ich vorhatte, einen Protagonisten sterben zu lassen, lehnte sich sein lebendes Vorbild heftig dagegen auf. Anstatt mich in meiner künstlerischen Freiheit beschneiden zu lassen, zog ich es vor, dieses Projekt beiseite zu legen.

Mit neunzehn Jahren konnte man regelmäßig mehrere äußerst attraktive Studentinnen der Birmingham University beobachten, wie sie mich spät nachts in meinem Zimmer aufsuchten. Geraume Zeit später verließen sie mich wieder - lächelnd. Sie waren bei mir gewesen, um einer meiner Gute-Nacht-Geschichten zu lauschen. Diese Geschichten wurden zur festen Einrichtung. Insbesondere während der Prüfungszeit hatte ich großen Zulauf, weil meine Erzählungen von den kommenden Horrorereignisse ablenkten. Eines Abends war ich jedoch mit einer meiner Gruselgeschichten erfolgreicher als geplant. Eine Studentin bekam es derart mit der Angst zu tun, dass sie ihren Freund die ganze Nacht nicht aus ihrem Zimmer ließ. Kurze Zeit später war sie verheiratet.

Mit fünfundzwanzig Jahren ritt mich der Leichtsinn - ich wagte es einer Klasse von Fünfzehnjährigen eine selbst verfasste Geschichte vorzulesen. Hatte ich eine andere Wahl? Schließlich hatte ich schon monatelang nach Büchern gesucht, die etwas mit ihrer Erfahrungswelt zu tun hatten. Ohne den geringsten Erfolg. Fast alle Romane für Teenager stammten aus Amerika und wirkten absolut fremd. Also fing ich an, mir Geschichten über sie auszudenken. Ich packte alles hinein, was ich in und außerhalb der Schule beobachtet hatte. Die Klasse fand meine Arbeit vielversprechend und verlangte nach mehr. Sie waren begeistert - und ehrlich gleichermaßen. Eines Tages las ich ihnen ein Kapitel vor, das ich selbst wahnsinnig komisch fand. Allein wenn i